Gentes

























In der Familie als Lebensgemeinschaft gibt jedes Mitglied, seinem Talent entsprechend, einen altruistischen Beitrag für diese Einheit - in Toleranz, friedlichem Miteinander und respektvollen Gesprächen. Dies ist ein Ideal, frei von Bedingungen und Wertvorstellungen. 

Das Kleine läßt sich auf das Große übertragen. So sind individuelle Verhaltensweisen, lokal als auch global, im sozialen Zusammenhang ersichtlich. Mit dem Medium Internet und der Entwicklung digitaler Netzwerke treten diese Umstände darüber hinaus verstärkt in Kraft, und erfordern im speziellen Kontext eine nähere Betrachtung. 

Einige von uns wissen wie es sich anfühlt, wenn die Würde des Menschen mit Füßen getreten wird. Eitelkeit und Neid bilden hier oft den Nährboden für manch schikanierende Quälereien. Anspruchsvolle Freizeitredner verstecken sich dann hinter erdachten Vorstellungen, oder gar "angenehmen" Wahrheiten. Die Natur zeigt gelegentlich die Grenzen des Machbaren, damit Demut nicht länger ein Fremdwort bleibt. 

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Da ist noch das Wort der Liebe: Liebe steht oft in Bezug zu etwas, das man liebt. Die Liebe zur Familie, zu Freunden, zur Freiheit, zum Beruf, zur Natur, und so weiter. Es gibt verschiedene Formen der Liebe. Die Liebe zum Geld oder Besitz wird mitunter verunreinigt durch Begehren oder Gier. Diese Liebe kann zum Feuer werden mit Zerstörungskraft. Sofern Hochmut dazukommt, entsteht eine bedenkliche Mischung von imperialistischer Eigenartigkeit. 

Reine Liebe ist nicht fassbar und vereint sich mit Weisheit in Vollkommenheit. 

























Mein seliger Vater wollte in seiner Jugend in ein überaus weites Land. Aus einem bestimmten Grund hat er in letzter Minute die Schiffskarte verkauft. Onkel Max, den ich nie kennengelernt habe, ist übrigens nach Argentinien ausgewandert. Näheres hierzu entzieht sich leider meiner Kenntnis. Fernweh scheint wohl in unserer Familie zu liegen. Meinen Vater habe ich bedauerlicherweise kaum gesehen. Wir haben uns gut verstanden. Anweisungsblätter mit extravaganten Kalkulationsvorgaben lagen ausserhalb unserer natürlichen Logik. - So einfach ist das. 

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Nun der Schritt in die anschauliche Praxis. Ein Versuch der Deduktion und Induktion, im harmonischen Gleichgewicht: 

Eines vergangenen Tages hatte ich eine erfahrungsreiche Begegnung, in einem  konfektionierten Vorzimmer einer der Automobilindustrie zugeneigten Stadt. Bevor ich anfing, bei ausreichendem Sichtkontakt und angemessener Nähe, eine der üblichen Begrüßungsformeln zu rezitieren, erblickte ich ein übertünchtes Lächeln, in Verbindung mit einem routinierten Satzgefüge. Den Inhalt möchte ich nicht wiedergeben - dieser ist für herkömmliche Unterhaltungen weniger empfehlenswert. Das entsprach selbstverständlich keinem Laplace-Zufallsexperiment - eher einer erweiternden Variable, mit einem äußerst süffisanten Klangkoeffizienten. Vielleicht habe ich einen sensiblen Sinn für Ästhetik beleidigt. Vielleicht war es ein Fehler keine Krawatte zu tragen, oder der ungepflegte Bart war nicht vorbildlich genug ( mea culpa ). Zumindest die Mimik, Gestik und Körpersprache bewegten sich - so möchte ich es erwähnen - im Grenzwert des Erträglichen. Die schematisierte Aussage des Gesprächspartners habe ich rücksichtsvoll nicht hinterfragt, da es gefühlsmäßig wahrscheinlich dem Bemühen entsprang, einen geistreichen mit Ignoranz untermalten Monolog zu beginnen. 

Es war nicht schwer zu erraten, welcher Orientierung diese unermüdlich stereotype Verflachung eine Genugtuung verschaffte. Es gibt natürlich noch weitere Beispiele von salonfähiger Demütigung, eigenmächtiger Ausgrenzung und unverantwortlicher Dominanz - diese liegen nicht immer im sprachlich wahrnehmbaren Bereich. Etwas Mitgefühl kann hier manchmal heilsam sein, jene elitäre Imitation zu besänftigen. 

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Ein eher aussergewöhnlicher Fall herrscht vor, wenn die Selbstbestimmung von Gruppen oder Einzelpersonen in Frage gestellt wird, oder verhindert werden soll. Dies kann geschehen, mit einer Einschränkung von berechtigten Lebensgrundlagen, durch äussere Einmischung, geschickte Manipulation, oder das Schüren interner Konflikte - um danach Hilfe anzubieten. Das ist ein auffallend interessanter Widerspruch. Dieses Vorgehen dient im Detail nur dem Zweck, eine Abhängigkeit zu schaffen, um eine Vormachtstellung auszubauen. Denn durch die an Bedingungen oder einen Schuldstatus gebundene ( egoistische ) Hilfeleistung, werden Lenkmechanismen freigesetzt, um  eine scheinbar dominante Überlegenheit längerfristig zu erhalten. Dafür wird dann absurderweise eine überaus gewissenhafte Dankbarkeit erwartet. Dies ist die eigennützige Strategie, einer vorsorglichen Entmündigung. Es ist in mancher Hinsicht möglich, dass solch besitzergreifendes Verhalten, auf einer aktuellen Kompensation gescheiterter Erwartungen basiert. Das verdrängt eine tiefergehende Unsicherheit, und gibt ein vages Gefühl kurzfristiger Erhabenheit. 

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Bei einer Steigerung von Willkür und Arglist, zum Herrschaftsanspruch mit Intrigen, dienen weitere Worte kaum einer angemessenen Beschreibung. Das liegt demzufolge nicht im Bereich, der herkömmlichen Erkenntnisse eines Weltenbummlers.